Anja Butschkau

„Erlebt was“ im Natur Sport Park Zeche Kaiser Friedrich

Gestern fand der Internationale Tag des Sports statt. Wir Abgeordneten der SPD-Landtagsfraktion nutzen diesen Gedenktag, der an die Rolle des Sports bei Entwicklung und Frieden erinnern soll, um Vereine und Sportstätten in unseren Wahlkreisen zu besuchen. Wir wollen das Gespräch mit denjenigen suchen, die Tag für Tag ehrenamtlich einen wichtigen Beitrag zum sozialen Miteinander in unserer Gesellschaft und zur Gesundheitsvorsorge leisten.

Ich hatte mich entschieden, in diesem Jahr den Natur Sport Park Zeche Kaiser Friedrich in Menglinghausen zu besuchen. Der Verein Erlebt was e.V., der von Peter Regener und seinem Sohn Hannes initiiert wurde, hat dort in den letzten vier Jahren auf einem alten Zechen- und Kokereigelände einen tollen Ort geschaffen, an dem Kinder und Jugendliche außergewähnliche Erlebnisse erfahren können – mit viel Bewegung und Natur. Es ist ein buntes Angebot aus den Bereichen Sport, Umwelt- und Erlebnispädagogik. Junge Menschen können hier reiten, Fußball spielen, Bogenschießen, Klettern, Mountainbiken oder Stockbrot backen. Auch Kanutouren auf der nahen Ruhr werden regelmäßig organisiert. Eine Imkerin hat hier Bienenstöcke aufgestellt und mit den Jugendlichen werden regelmäßig Bäume geplanzt und die Landschaft gestaltet.

Was von vielen Älteren als normal angesehen wird – nämlich, dass Kinder und Jugendliche ihre Freizeit in der freien Natur verbringen, kommt in den Großstädten in der heutigen Realität leider viel zu selten vor. Das Freizeitverhalten hat sich geändert – die Playstation oder das Internet sind zur Normalität geworden. Hier draußen fiel mir dann auch erstmal auf, dass keins der Kinder und Jugendlichen hier mit einem Handy rumläuft. Laut Hannes Regeners Aussage sogar, ohne dass man sie erst darauf ansprechen muss. Bei dem vielfältigen Freizeitangebot hier, wundert mich das auch nicht.

Bislang können Kinder und Jugendliche das Angebot überwiegend in den Ferien nutzen. Man baue aber den Kontakt zu Schulen und Kindergärten aus, um das Angebot ganzen Schulklassen zugänglich zu machen. Auch Kindergeburtstage sind hier möglich.

Mittlerweile gibt es auch einen Förderverein, damit auch Kindern und Jugendliche, denen die finanziellen Mittel fehlen, das Angebot nutzen können. Das halte ich für sehr wichtig, gerade in Bezug auf die Gesundheitsvorsorge durch Bewegung. In die aktuelle Feriengruppe wurden zudem vier Jugendliche, die am Landesprogramm „Kurve kriegen“ teilnehmen, integriert. „Kurve kriegen“ soll junge Jugendliche präventiv davor bewahren, in eine kriminelle Karriere abzugleiten. Sinnstiftende Freizeitgestaltung ist dabei ein Teil der sozialpädagogischen Maßnahmen.

Ein paar Infos zum Gelände: Bis 1930 wurde hier auf der Zeche Kaiser Friedrich Kohle gefördert. Danach wurde es lange als Haldenfläche betrieben. Seit über 20 Jahren kann die Natur hier machen, was sie will, wodurch eine sehr abwechslungsreiche, grüne Landschaft entstand. Ich behalte das Projekt Natur Sport Park auf jeden Fall weiter im Auge und kann jedem nur empfehlen, bei gutem Wetter mal vorbeizuschauen. Das Gelände ist wirklich sehr schön.

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