Anja Butschkau

Wahlkreis

Hörde

Kaum ein anderer Ort im Ruhrgebiet spiegelt den Strukturwandel der Region so gut wieder wie Hörde. Bis Ende der 1990er Jahre wurde die Hörder Altstadt von den riesigen Anlagen der Hochofenanlagen Phoenix-Ost und West eingerahmt. Lärm und Schmutz machten das Leben dort wenig attraktiv.

Heute ist Hörde einer der am meisten aufstrebenden Stadtteile im Ruhrgebiet. Auf Phoenix-Ost entstand der Phoenix-See mit attraktiven Wohn- und Geschäftsvierteln. Die Altstadt wurde und wird im Rahmen des Programms Soziale Stadt aufgewertet. Auf Phoenix-West ist die Vergangenheit mit der erhaltenen Hochofenanlage, der Phoenix-Halle und dem Gasometer die industrielle Geschichte noch zu erahnen. Im Schatten des Hochofens entsteht ein attraktiver Gewerbestandort für neue Wissens- und Dienstleistungsgewerbe.

Ohne das sozialdemokratische Engagement in dieser Stadt hätte es einen solchen eindrucksvollen Strukturwandel kaum gegeben. Doch Hörde steht vor einem Scheideweg, den wir auch meistern werden. Alte Sozialstrukturen brechen auf, die Bewohnerschaft wandelt sich. Wir wollen verhindern, dass Menschen, die seit Jahrzehnten in Hörde leben, durch die Aufwertung des Quartiers und damit einhergehende Steigerungen der Mieten, verdrängt werden. Hörde muss allen Bevölkerungsschichten ein Zuhause bieten.

Neben Hörde gibt es im Stadtbezirk noch viele weitere attraktive Wohnquartiere in den Stadtteilen Wichlinghofen, Wellinghofen, Hacheney, Benninghofen, Höchsten, Holzen und Syburg. Sie zeichnet die grüne Umgebung aus. Nur wenige Minuten zu Fuß, mit dem Rad oder dem Auto und man die erholsame Ruhe der Wälder und Felder genießen.

Problematisch ist jedoch die Nahversorgung vor Ort. Die Menschen nutzen lieber die großen Supermärkte auf der Grünen Wiese, die sie bequem mit dem Auto erreichen. Das setzt die kleinen Einzelhändler und Supermärkte in den Ortskernen unter Druck, da ihnen die Kundschaft fehlt. Geschäfte machen zu oder ziehen weg. In Wellinghofen und Wichlinghofen hat dies ein Ausmaß erreicht, das die Nahversorgung bedroht. Leidtragende sind die Älteren oder arme Menschen, die nicht so mobil sind, um in den Supermarkt ein paar Kilometer weiter zu kommen. Hier wollen wir Konzepte entwickeln, wie eine attraktive Nahversorgung gesichert und gefördert werden kann.

Mit der Hohensyburg und dem Hengsteysee gibt es hier zwei der beliebtesten Ausflugsziele der Dortmunder. Entlang des Hengsteysees verläuft auch der Ruhrtalradweg, einer der beliebtesten Radtouristikrouten in Deutschland. Immer entlang der Ruhr durchs romantische Ruhrtal geht es mit dem Rad vorbei an Natur und Industriedenkmälern. Leider ist ein Teil des Weges zwischen Schwerte und Hengsteysee wegen Steinschlaggefahr gesperrt. Hier wollen wir alles dafür tun, dass Radfahrer bald wieder den Weg nutzen können und nicht die unattraktive Umleitung entlang der Landstraße nehmen müssen.

Lütgendortmund

Der Stadtbezirk Lütgendortmund ist sicherlich der Stadtbezirk im Wahlkreis, den man am ehesten mit dem Begriff Arbeiterstadtteil bezeichnen kann. Deutlich sichtbar ist hier noch die Bergbauvergangenheit. Jeder Stadtteil hatte seine eigene Zeche. Die letzte von ihnen, die Zeche Germania in Marten schloss jedoch bereits 1972. Ihr Fördergerüst thront heute über dem Deutschen Bergbaumuseum und ist damit wichtigstes Wahrzeichen der Stadt Bochum. Heute befindet sich auf dem Gelände der Zeche Germania die Umweltwerkstatt und das Veranstaltungszentrum des Christlichen Jugenddorfs Deutschlands (CJD), in denen Menschen mit Beeinträchtigungen für die Arbeitswelt qualifiziert werden. Das CJD ist weiterhin mit dem Berufskolleg und dem Standort am Oespeler Dorney gleich dreimal im Stadtbezirk vertreten.

Auf der Fläche der ehemaligen Zeche Borussia zwischen Kley, Oespel und Marten entstand mit dem Indupark einer der größten Einzelhandelsstandorte im Ruhrgebiet. Er bietet den Menschen im Dortmunder Westen äußerst attraktive Einkaufsmöglichkeiten. Zugleich trägt er aber auch dazu bei, dass die Ortskerne von Lütgendortmund, Marten, Kley und Oespel ausbluten. Ihre Vitalisierung ist Ziel unserer politischen Arbeit.

Lütgendortmund ist durch ein reges Vereinsleben geprägt. In kaum einem anderen Stadtteil in Dortmund ist der Lokalpatriotismus wohl so groß wie hier. Das sieht man eindrucksvoll auf Pflaumenkirmes und Dorffest, wenn viele ehemalige Lütgendortmunder wieder in die Heimat zurückkehren und die Lütgendortmunder den Ort zur Partymeile machen.

In Bövinghausen steht auch eine Zeche. Die Zeche Zollern dürfte eine der architektonisch schönsten Zechen weltweit sein. Ihre Jugendstilfassade schaffte es auch schon auf eine Briefmarke. Es dem Engagement Bövinghauser Bürger und Denkmalschützern zu verdanken, dass es dieses industrielle Erbe heute noch gibt. Die Zeche wurde aufwändig restauriert und ist heute Standort des LWL-Industriemuseums und hoffentlich auch bald Weltkulturerbe.

Der Stadtteil Marten hatte es in den letzten Jahren schwer. Viele Martener fühlen sich in ihrem Stadtteil nicht mehr so wohl wie es früher war. Sei es wegen des Einzelhandelsangebot oder dem Verfall des öffentlichen Raums. Marten ist nicht mehr so attraktiv wie es mal war. Hinzu kommen eine relativ hohe Arbeitslosigkeit und Armutsquote im Stadtteil. Der Bergbau hinterließ zudem seine Spuren. Durch Bergsenkungen befinden sich weite Teile des Stadtteils in Polderlage. Das Niveau des Roßbaches ist höher als das umliegende Land. In den Jahren 2008 und 2014 kam es zu Hochwasserereignissen aufgrund überlaufener Hochwasserrückhaltebecken. Daher wird enorm in den Hochwasserschutz in Marten investiert.

Trotz dieser Probleme hat Marten auch viele Stärken. Die guten Verkehrsanbindungen in die Stadt und ans Autobahnnetz, die Nähe zu Uni und Indupark und die vielen Grünflächen rund um Marten – vom Dellwiger Bachtal bis hin zur Hallerey und dem Revierpark Wischlingen – machen den Stadtteil zu einem attraktiven und gefragten Wohnstandort.

Hombruch

Hombruch ist ein starker Stadtbezirk. Das Hombrucher Stadtzentrum ist das lebhafteste Stadtbezirkszentrum in Dortmund mit einem starken Einzelhandel und attraktiven Veranstaltungen. Wer in Hombruch lebt, ist immer schnell im Grünen, egal ob in der Bolmke, im Rombergpark und Zoo, in der Bittermark, den Feldern rund um Holthausen, Eichlinghofen und Menglinghausen oder hoch auf dem Schnee.

In Hombruch liegt eine der wichtigsten Universitäten Nordrhein-Westfalens und der größte Technologiepark Deutschlands mit mittlerweile über 10.000 Arbeitsplätzen. Hier zeigt sich, dass Dortmund den Strukturwandel erfolgreich vollzieht.

In Hombruch setze ich mich besonders für zwei Projekte ein. Wir brauchen einen neuen barrierefreien S-Bahnhof in Höhe des Parkhauses Barop. Hier könnte die S5, die Hagen, Witten und Dortmund miteinander verbindet, sinnvoll an das Bus- und Stadtbahnnetz angeschlossen werden. Die Universität würde damit wesentlich schneller erreicht werden. Der aktuelle S-Bahnhof Barop ein paar hundert Meer weiter südlich ist dagegen ein Schandfleck, der weder sauber noch barrierearm ist.

Der Stadtbezirk wird von der A45 tangiert. Während vor ein paar Jahren in Höhe Bittermark der Lärmschutz verbessert wurde, leiden die Stadtteile Eichlinghofen, Menglinghausen und Persebeck und Kruckel weiterhin unter hohen Lärmemissionen der Autobahn. Ich werde mich dafür einsetzen, dass hier der Schutz der Anwohner verbessert wird.

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